Ronald Noble, warum hoert keiner auf Dich?

In den Zeitungen heissts:

Die einsamen Wölfe schlagen schrecklich zu: In Orlando, Nizza und nun Würzburg. Auch wenn die Täter keine direkte Verbindung zum IS haben – die Propaganda der Terroristen wirkt. Die Gefahr ist tödlich, warnt Europol. Laut der Behörde gibt es vier Tätertypen.

Link zum Artikel

Solche Warnungen, sind nicht neu! Ronald Noble (INTERPOL) warnte bereits 2013 und es wurde auch von deutschsprachigen Bloggern dankend angenommen und uebersetzt

Dagarser’s Werk 🙂

Ist jetzt die Frage: Ist es nicht gewollt, dass das Volk die 10-15min bis zum Eintreffen der Polizei selbst ueberbruecken kann? Haben die Oberen in Polizei und Innenministerien Angst, man koennte auf den Gedanken kommen, keine Polizei mehr zu brauchen? Hat man etwa aufgrund mangelnden Horizonts Bilder von wuesten Schiessereien zwischen „Buergern und Terroristen“ im Hinterkopf?

Sorry: Alles Schwachsinn und niemand mit etwas Horizont und einem IQ von „dezent ueber 115“, wuerde sich solche Gedanken machen!

Egal, ob jeder unbescholtene und Sachkundige Buerger (Hoert bitte mit dem „Wollen Sie etwa, dass JEDER eine Waffe hat?“ Scheiss auf! Nein, will ich nicht.) eine Waffe tragen darf oder nicht, die Polizei ist und bleibt ein wichtiges Bindeglied zwischen Volk und Judikative, egal in welche Richtung es was zu tun gibt. Allerdings kann die Polizei nicht ueberall sein. Das Volk schon. Und niemand kann ernsthaft behaupten, dass es sich beim Volk um Leute haelt, die zu dumm sind, sich ebenso effektiv wie ein Polizist mit seiner Dienstwaffe zu verteidigen. Gehen wir mal nach Fakten:

Es gab bis vor wenigen Jahren eine Wehrpflicht. Es gibt kaum eine Familie, in deren Raengen keine (Ex)Soldaten zu finden sind. Im Rahmen der dreimonatigen allgemeinen Grundausbildung, wurde auch die Wachausbildung durchgefuehrt. Bei mir erst in der „Spezialgrundausbildung“, aber das waren andere Zeiten 😉

Fakt ist, als ausgebildeter Wach-/Sicherungssoldat, musste man eine Wachschiessuebung einmalig (!!!) bestehen, die auch in der Regel nie wieder wiederholt wird (!!!). Diese ist vergleichsweise simpel, befugte aber zur Teilnahme am Wachdienst der Bundeswehr – oftmals mit einer Waffe der Kategorie A nach Anlage 1 WaffG (Kriegswaffe gem. KWKG/KWL), in einer Kaserne, die inmitten eines Wohngebietes liegt. Wer sich bzgl. Wachschiessuebung selbst informieren moechte, die entsprechenden Kapitel sind:

-alt: Zentrale Dienstvorschrift 3/12 (Schiessen mit Handwaffen), Kapitel 8

-neu: Zentralrichtlinie A2-222/0-0-4750 (Schiessen mit Handwaffen), Kapitel 9

Kurioserweise sind beide Vorschriften bzw. Richtlinien, verhaeltnismaessig einfach im Netz aufzustoebern, obwohl sie „VERSCHLUSSSACHE – NUR FUER DEN DIENSTGEBRAUCH“ sind. Man koennte jetzt auf das duenne Eis geraten und sagen, „Zivil ist Zivil und Militaer ist Militaer“. Dem muss ich leider widersprechen. Zivil hat man nur weniger Gesetze und Verordnungen zu befolgen, beim Militaer hat man das UZwGBw² zusaetzlich zu BGB/StGB, das Befugnisse regelt.Diese drei Gesetze, greifen jedoch ineinander. Oder in kurz: Unterm Strich kommt fast dasselbe raus, fuer Zivilisten ists nicht ganz zo kompliziert.

Aus meiner Erfahrung als ziviler Berufswaffentraeger weiss ich, dass dort lediglich quartalsweise ein (EIN!!!) Ueberpruefungsschiessen stattfindet. Bei uns war es die P8 P-S-2, die in den oben genannten Dienstvorschriften und Zentralrichtlinien nachzulesen ist. Das war’s, das berechtigte uns, als Zivilisten mit einer P8 am Bein ueber ein quadratkilometergrosses Gebiet zu fahren und die Waffe zum Selbstschutz einzusetzen, wenn notwendig.

Aus Erzaehlungen von Polizisten weiss ich, dass es dort aehnlich zugeht. Angesetzt 4 Schiessen im Jahr, 3 sind auch noch okay, aber es sind oftmals nur 2. Vielerorts gehen Polizisten privat in einen Schuetzenverein, um dort wenigstens eine Ringscheibe sicher zu treffen.

Sportschuetzen haben als absolute Voraussetzung fuer Erwerb und Besitz von Schusswaffen die Auflage, 18 (in Worten: Achtzehn) Schiessen im Jahr bzw. ein monatliches Schiessen nachzuweisen, um von einem ernsthaften Betreiben des Schiesssports ausgehen zu koennen.

Schlechtes Beispiel, ich: Diese 18x, hatte ich 2016 bereits im April voll, 2015 hab ich noch bis Juni gebraucht. Das eine oder andere Training, lasse ich mir schon garnicht mehr abstempeln, weil – wie ein Kassenwart mal zu mir sagte – alles ueber 18x eh nur noch „Trophaenjagd“ ist. 😉 Ich gehe von einem Jahresabschluss mit ca. 50 Schiessen in 2016 aus. Stand heute: 33 Schiessen 2016. Dazu kommt noch, dass ich ausgebildeter Wach-/Sicherungssoldat und Sicherungsunteroffizier war. Also nicht nur in der Lage, mich selbst zu schuetzen, sondern laut Aktenlage sogar eine Gruppe fuehren kann 😉 Hinzu kommt noch, dass ich nicht nur in der Lage bin, meine Uebung nachzuweisen, ich verfuege auch ueber eine Haftpflichtversicherung, deren Deckungssumme fuer Sach- und Personenschaeden, das geforderte Minimum fuer den Fall der Ausstellung eines Waffenscheins um ein Vielfaches uebertrifft.

Wer, wenn nicht Leute wie ich, waeren in der Lage, die Rolle des „first responders“ zu uebernehmen? Wir sind Zehn- oder gar Hunderttausende da draussen! Es ist keine Heiligsprechung oder dergleichen notwendig, um sich vom Buerger zu einem Menschen zu erheben, der weder Taeter noch Opfer ist, sondern ein Gegner. Es bedarf nur Willen und Training. Und es ist auch nicht verwerflich, sich wehren zu wollen, es zeugt von Ueberlebenswillen. Devote Grundhaltungen kann man sich fuer Geschlechtsverkehr aufheben, wenn man eine entsprechende Veranlagung hat.

B4W, ende

²UZwGBw: Gesetz zur Anwendung unmittelbaren Zwanges der Bundeswehr. Analog zum UZwG, ueber das sich alle Hirntoten bei „Grenzen mit Waffen verteidigen“Aeusserungen aufgeregt haben, wenn sie aus den Raengen der falschen Partei kamen. CDU/SPD duerfen, AfD darf niemals nicht.

 

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Veröffentlicht in Senf

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