Zivilschutzkonzepte…

…sind anscheinend wieder im Kommen. Neben den monatlichen Tests der Feueralarme, kam die Wiederinbetriebnahme der „Fliegeralarme“, die jetzt als Katastrophenalarm dienen und dem jahrzehntelangen Hinweis des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, muss man anscheinend das Rad wieder neu erfinden und raet dazu, fuer 10 Tage Lebensmittel und 5 Tage Wasser zu bevorraten.

Das allein, ist ja schon Humbug. Solange man keine kleinen Kinder im Haushalt hat, die eine ununterbrochene Lebensmittelzufuhr benoetigen, macht der umgekehrte Fall eher Sinn. 10 Tage Wasser, 5 Tage Lebensmittel!

Warum? Ganz einfach: Man kommt bedeutend laenger ohne Essen aus, als ohne Wasser. Wenn man nicht in der gluecklichen Lage ist, Regenwasser auffangen oder Wasser aus dem Bach abzapfen zu koennen, sondern irgendwo in einer Betonwueste lebt, macht Wasser den meissten Sinn. Ein Kanister mit 5L Wasser, kostet ca. 99 Cent und ist Pfandfrei. Drei Flaschen Mineralwasser zu 1,5L, kosten – den Pfand mal aussen vor gelassen – 57 Cent. Ich persoenlich bin ein Freund von Mischbetrieb, kann man die 5L Kanister doch auch prima als Behaeltnis fuer allerlei Zeugs benutzen und wenns Faekalien sind. Wir erinnern uns: Betonwueste 😉 Wenn man sich nicht organisiert kriegt, um irgendwo eine Latrine auszuheben und zu betreiben, immer man rein da und Deckel drauf.

„Uns passiert schon nichts!“, ist eine unter Beutetieren sehr verbreitete Aussage und wer so etwas sagt, sollte von den Zeitzeugen der Schneekatastrophe abgewatscht werden duerfen.

Was Lebensmittel angeht, kommt bitte nicht auf den Trichter, ihr benoetigt unbedingt Lebensmittel, die 25 Jahre haltbar sind! Guckt euch beim Einkaufen im Bereich der Konservendosen um. Die sind teilweise ein bis anderthalb Jahre haltbar. Trockenfutter wie Nudeln etc., sogar noch laenger. Wenn ihr die Konserven durchrotiert, also auch mal welche verbraucht und neu kauft, solltet ihr immer in der Lage sein, euch mit frischen Konserven aushelfen zu koennen, wenn aus dem oertlichen Supermarkt eher so eine Unterkunft fuer Nachwuchspluenderer und „Warlords“ geworden ist 😉 In Berlin reicht je nach Stadtteil ein Stromausfall von 15min und die Pluenderei geht los. So geschehen ~2015. Ja, das ist noch nicht lang her 😉

Der Scheiss mit der Scheisse…

Denkt das Ganze nochmal weiter. Sollte es – wie bei einer Uebung von Reservisten neulich – zu tagelangen Stromausfaellen kommen, funktionieren auch keine Foerderpumpen 😉 Das betrifft auch Trinkwasser…mit dem wir ja leider auch die Klospuelung betaetigen. Naechstes Problem: Desinfektion von Haenden, zu allererst aber mal: KLOPAPIER!

Wichtig: Wenn ihr „vorgewarnt“ werdet, dass in 1-5min kein Trinkwasser mehr da ist und euch keiner glaubhaft versichern kann, dass es in 24h wieder da ist, Stopfen in die Badewanne und vollaufen lassen! Mit viel Glueck, kriegt ihr aus den Leitungen im Haus auch noch etwas Wasser raus, wenn die Pumpen versagen. Wohl dem, der Chlortabletten oder Wasserstabilisator im Haus hat 😉

 

Staendig vergessene Artikel bei Katastrophen

Neben lebenswichtigsten Sachen, wie Essen/Trinken und benoetigten Medikamenten, werden u.A. folgende Artikel gerne bei Notfallplanungen vergessen:

-Einmalgeschirr: Bedenkt, es kann auch das Wasser zum Abspuelen wegfallen. Ablecken des Geschirrs, gilt nicht als abspuelen, ist sogar sehr kontraproduktiv. Beim 1EUR-Markt, Postenboerse und dergleichen, kann man oftmals nen grossen Karton davon fuer nen schlanken Taler wortwoertlich „abstauben“ 😉 Und da diese Artikel fuer den Notfall sind, ist Einmalgeschirr mit Geburtstags- oder Kindermotiven vollkommen okay 😀

-Muelltueten: Keine Muellabfuhr, kein Abtransport eures Muells, benutzbar als „Behelfskoffer“, Wasserblase und nur MacGyver weiss, was noch alles. Wenn man blau/schwarze Muelltueten hat, einen Wasserhahn von einem Regenfass oder vergleichbar, kann man die Tuete auf links (schwarz) drehen, den Hahn anschliessen, Wasser rein und in der Sonne aufwaermen lassen. „Kaltduscher“ sind keine besonders harten Leute, sondern Leute, die auch kein Problem damit haben, sich mit sowas im Garten zu duschen. Sei ein Hartduscher!

-Verbandkaesten: Um mal wieder darauf rumzureiten: Man kann frei oder sicher sein 😉 Geht davon aus, dass ihr im Zweifel Ruhe vor 110 habt (Freiheit), um Gegenzug aber nichtmal 112 waehlen koennt (Sicherheit?), weil kein Strom da ist oder genug Leute mit nem roten Zettel am Arm anderswo rumsitzen/liegen. Wenn man dann noch ne extra Packung Kompressen zusteckt, ist das sicherlich nicht uebel. Bei jeder zweiten nennenswerten Verletzung, braucht man Kompressen! Werdet keine Leute mit nem schwarzen Zettel am Arm!!!

-Medikamente: Ueberlegt nicht, was ihr im Augenblick an Medikamenten braucht, sondern auch, welche Medikamente ihr in den letzten 6-12 oder gar 18 Monaten gebraucht hat. Wer Migraenepatient ist, sollte sich ggf. u.U. mit seinen Lieblingspillen eindecken. 100er Packungen sind toll 🙂 Wer von sich weiss, dass er aufgrund von Aufregung schnell mal nicht zum Schlafen kommt, sollte sich in die Richtung auch vorbereiten. Da ist Oxacepam mein Liebling, auch wenn ich davon teilweise „Angst im Dunkeln“ kriege, was uebrigens jedem Menschen passieren kann

-Planen: Wenn man nicht unbedingt die wertvollen Rettungsdecken missbrauchen will, um damit Regenwasser aufzufangen, sind die OBI-Planen in einem lebensbejahrenden olivgruen bestens geeignet, um Regenwasser aufzufangen. Besonders, wenn man Pfosten zum Aufhaengen von Waesche im (Beton)Garten hat, kann man die Folie prima mit Fahrradgummis oder Kabelbindern dort befestigen und dann lieber Petrus, lasse er es laufen 😉

-Tauschartikel: Es muss ja nicht sein, dass ihr die einzigen Leute im Ort seid, die clever genug waren, sich auf alles vorzubereiten. Wenn die sich mit Sachen die ihr braucht eingedeckt haben und ihr euch dafuer mit Sachen, die sie nicht beschafft haben, spricht man von Symbiose 🙂 Ob das nun o.g. Artikel sind oder gar Antibiotika, lasst eurer Phantasie freien Lauf! Sogar Billigfusel kann in Zeiten starker emotionaler Belastung wertvoll sein.

Ein interessanter Artikel, aus dem man etliche Sachen uebernehmen kann, ist der hier:

Ein Jahr in der Hölle – Überleben im Bosnienkrieg

Egal ob echt oder nicht, es werden wichtige Sachen angesprochen, die ich teilweise uebernommen habe. Wenn ihr in eurer Familie oder im Freundeskreis Leute habt, die in Bosnien waren, moeglichst in den ersten Kontingenten der IFOR, hoert denen gut zu!Die verfuegen ueber etwas, was viele von uns nicht haben: Einsatzerfahrung.

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Veröffentlicht in Senf

2 Gedanken zu “Zivilschutzkonzepte…

  1. Hier nochmal der neue Plan mit Verweis auf alte Checklisten:

    http://www.focus.de/politik/deutschland/fuer-den-katastrophenfall-regierung-raet-zu-hamsterkaeufen-die-liste-fuer-14-tage-zum-download_id_5851676.html

    http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Buergerinformationen_A4/Checkliste_Ratgeber.pdf?__blob=publicationFile

    Also mal wieder das Rad neu erfunden, anstatt alte Plaene zu nehmen. Bravo!

    PS: Ich hab die Datei beim BBK mal abgeklappert, wie alt die ist:

    Last-Modified: Wed, 03 Aug 2016 13:59:48 GMT
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    Da hatte wohl nochmal wer was geaendert 😉

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