Polizei vs. Terroristen

In Deutschland werden mal wieder Dinge totgequatscht, die in anderen Laendern absolut normal sind. Der Einsatz der Armee im Inneren. Als einziges (Totschlag)Argument wird das Dritte Reich genannt und die durch den Einsatz des Militaers im Inneren entstanden massiven Schaden.

Heisst im Umkehrschluss: Wer so argumentiert, haelt die derzeitige Regierung auch fuer Nazis, die das bloss als Gelegenheit nutzen wollen, wieder dasselbe zu machen.

Ich beziehe mich auf diesen Artikel.

Natuerlich ist die Polizei gut ausgestattet. Das nimmt ihr aber nicht den Makel, dass ein Polizist nicht weiss, was ein Handstreich/Hinterhalt ist und generell auch nicht in der Lage ist, den Feuerkampf aufzunehmen. Weil sie es schlicht und ergreifend garnicht lernen. Sie muessen auftragsbedingt garnicht wissen, wie das geht. Lobenswerte Ausnahme sind ehemalige Wehrdienstleistende und Zeitsoldaten. Dasselbe mit Sicherungsaufgaben. Sich irgendwo mit einer Pistole im Halfter hinstellen und hoffen, dass nichts passiert, ist keine Option. Einsatzkraefte sind so duenn gesaeht, dass die auch nicht ueberall sein koennen. Kleine Denksportaufgabe: Gibt es genug Einsatzkraefte, um alle infrastrukturell wichtigen Objekte zu sichern? Ganz klares NEIN¹. Die Zeiten, wo z.B. ein Bundesgrenzschutz ueber schwere Waffen verfuegte, sind anscheinend vorbei. Und kein Polizist mit 3-4 Schiesstrainings im Jahr, wird mit einer Pistole versuchen nahe genug an Jihadies mit Kalaschnikows ranzukommen, um einen toedlichen Schuss anzusetzen. Aus gutem Grund: Die maximale Kampfentfernung einer AK47, wird je nach Quelle mit 400m angegeben. Sagen wir, dass bis zu 200m mit einer SchwarzmarktAK realistisch sind 😉 Die maximale Kampfentfernung einer Pistole betraegt ca. 50m. Bei Pistolen der Compact und Subcompact-Klassen, bedeutend weniger. Da ist man schon froh, wenn man auf 25/12m die Scheibe trifft. Nehmen wir als Beispiel Glock Pistolen in 9mm x 19, die ich allesamt hinreichend geschossen habe:

Glock 17, „full size“. Wenn Waffe und Munition aufeinander abgestimmt sind, ist ein Schuss auf 50m mit Koerpertreffer machbar. Heisst aber nicht, dass man das Geschoss zweckmaessig an Koerperschutz vorbeimanoevrieren kann

Glock 19, „compact“. Unter selben Bedingungen ist ein Schuss auf 25m mit Koerpertreffer machbar. Aber wie oben: Man kann sich nicht wirklich genau aussuchen, wo der Treffer landet 😉

Glock 26, „sub compact“. Auf 12m geschossen, gingen die Treffer auch schon spuerbar auseinander. Diese Waffen sind m.W. in der Polizei zum Glueck nicht ueblich.

Fakt ist: Einen Jihadie mit einer Kalasch, stoppt man am besten mit einer Langwaffe. Ob dies nun ein AUG ist, wie es bei den Einsatzkraeften der Polizei anscheinend verwendet wird oder das gute alte Musikformat „MP5“, ist egal. Mit diesen Waffen ist auf eine mittlere Entfernung mit geringer Eigengefaehrdung ein verhaeltnismaessig praeziser Schuss moeglich. Geschossen habe ich beide Waffen. Das AUG mit Originalvisierung 2007 beim Bundesheer, die MP5 2006 auf einer Bundeswehr-Schiessbahn.

Also: Wir brauchen – besonders in Gefahrenzonen – mehr Polizisten mit dem Pistolenkarabiner MP5, die sich auch damit auskennen und evtl. auch mal ne Woche oder zwei bei der Bundeswehr zu Gast waren, damit sie wissen, was ein Feuerkampf ist. Das scheint ja laut des Artikels schon der Fall zu sein. Bleibt: Mehr MP5 fuer 110!

¹Selbst die Sicherung bestimmter wichtiger Punkte, wie z.B. allen Krankenhaeusern der betroffenen Region, waere eine „ziemliche Herausforderung“
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Veröffentlicht in Senf

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